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25 Jahre Schülerwassersportverein


Das Jubiläum des Schülerwassersportvereins bietet die Gelegenheit, einmal auf die Entwicklung des Vereins zurückzublicken.

Mit dem Kauf des Grundstücks an der Brückenstraße im Jahre 1972 verpflichtete sich die Stadt Kiel, ein Bootshaus auf diesem Gelände zu errichten, um auch auf dem Ostufer den Wassersport zu fördern. Gedacht war dabei zunächst nur an ein Ruderbootshaus, das ein Gegengewicht zu dem auf dem Westufer befindlichen Schülerbootshaus darstellen sollte. Das Landesbauamt Kiel 1 entwarf daraufhin die Bauzeichnungen, die noch 1975 ein zweigeschossiges Bootshaus für damals 1,3 Millionen DM mit 2 Bootshallen, 2 Klubräumen, einem Ruderbecken und mehreren Umkleideräumen, Waschräumen und WCs vorsahen. Im gleichen Jahr wurde auch der Bootsanleger östlich der Anlegebrücke Wellingdorf aus Elternmitteln gebaut.

In dieser für den Wassersport günstigen Situation wurde am 19. 5. 1976 von drei Lehrern und fünf Schülern der Schülerwassersportverein am HGG mit den Sparten Segeln und Rudern gegründet. Die Eintragung in das Vereinsregister erfolgte am 10. März 1977, und in der Saison 1979 kam die Sparte Paddeln hinzu. Die Wirklichkeit das Sportbetriebes deckte sich dann aber nicht mit den hochfliegenden Erwartungen; im Gegenteil, sie war sehr ernüchternd und setzte bei allen Beteiligten ein sehr hohes Maß an Idealismus und Einsatz voraus. Da sich in der Bootshausfrage aus finanziellen Gründen nichts bewegte, musste der Verein sich erst einmal provisorisch einrichten. Als Bootshalle diente jahrelang eine einfache Blechbaracke mit staubigem Sandboden, in der die beweglichen Teile der Segelboote und die Paddelboote gelagert wurden. Da kein Wasseranschluss vorhanden war, musste das Süßwasser zur Pflege der Boote eimerweise vom Bootssteg des Ellerbeker Segelklubs herangetragen werden. Das war immer eine lustige Planscherei ! Für die Optimisten standen noch keine geeigneten Trailer zur Verfügung, so dass sie auf den für die 420er vorgesehenen Wagen transportiert werden mussten. Das bedeutete für die kleinen Sextaner und Quintaner harte Knochenarbeit, zumal aus Zeitproblemen meist 2 Optis übereinander transportiert wurden. Vor dem Segeln waren ja alle noch motiviert, aber danach ??? Nur die Paddelboote konnten im Winter in der Baracke bleiben. Die 420er wurden in einer Scheune untergebracht und die Optis fanden ihr Winterlager im Stuhllager der Schule. Die Ruderboote blieben zunächst auf dem Gelände und waren Sonne, Wind und Regen ausgesetzt. Später wurden sie dann bei einer benachbarten Werft eingelagert. All das bedeutete zu Beginn und Ende jeder Saison umfangreiche Transportmaßnahmen und so manches im Winter liebevoll hergerichtete Boot wurde dabei wieder beschädigt.

Trotz dieser Unzulänglichkeiten stieg die Mitgliederzahl des Vereins bis zum Jahre 1981 auf 84 Mitglieder, vielleicht auch deshalb, weil der Schülerwassersportverein im Schulleben ständig präsent war und die vielen organisatorischen Probleme einen engen Kontakt der Mitglieder untereinander erforderlich machten. Im Jahre 1979 schlossen sich dann auf Initiative des Schülerwassersportvereins Eltern-, Schüler- und Lehrervertreter von 15 Ostuferschulen zu einem Koordinierungausschuss zusammen, um in zahlreichen Zeitungsartikeln, Gesprächen mit Politikern und Ortsbesichtigungen Wege und Möglichkeiten zu erkunden, doch noch ein Schülerbootshaus auf dem Ostufer zu errichten. Leider ohne Erfolg! So entschloss sich der Schülerwassersportverein 1981 zum Alleingang.

Mit hoher finanzieller und körperlicher Eigenbeteiligung von Eltern, Mitgliedern und Kollegen wurde 1982 für etwa 60.000 DM eine Bootshalle gebaut, die zwar Anschlüsse für Wasser und Strom und 2 Umkleideräume enthielt, aber keine Sanitäreinrichtungen! Jetzt konnte aber wenigstens das Bootsmaterial ordentlich gelagert werden! Im Laufe der letzten Jahre wurde der Bootsbestand ständig aufgestockt, so dass der Verein jetzt fünf 420er, zehn Optimisten, einen Vierer, vier Skiffs, vier Canadier, neunzehn Paddelboote und ein Beiboot mit Außenbordmotor besitzt. Die Saison 1994 war mit 524 Fahrten dann auch die bisher erfolgreichste! Ermöglicht wurde das durch die vielen Übungsgruppen, die auf alle Altersstufen und Ausbildungsstände zugeschnitten sind. Der Verein bietet eine Paddel- und eine Rudergruppe (Höhepunkte sind und waren Touren auf schleswig-holsteinischen Flüssen und Seen sowie Wanderfahrten im Ausland, z.B. Schweden), eine Optimistengruppe und eine 420er Gruppe (Höhepunkte sind die Vereinsregatten) an. Im Winter büffelten die SchülerInnen früher Segeltheorie und bereiteten sich auf die Prüfung zum Jüngsten- und den A-Schein vor. Da das neben der Schule für viele aber zu arbeitsaufwendig war, bieten wir heute ein Winterkonditionstraining an, bei dem der Spaß und die körperliche Ertüchtigung nicht zu kurz kommen.

Verfasst von Roland Giese zum 25-jährigen Vereinsjubiläum.


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Verfasst von Lars am 05.06.2007, zuletzt geändert von Lars am 05.06.2007